
Pressemitteilung
02.07.07 - Komplettes Krankenhaus wird am Lübecker Konstinkai verladen
Ein bisher im Lübecker Hafen noch nicht da gewesener Spezial-Umschlag findet ab morgen und in den kommenden Wochen am Terminal Konstinkai der Lübecker-Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) statt.
Ein komplettes High-Tech-Medizin-Zentrum für Herz- und Kreislaufbehandlungen in Fertigbauweise mit einer Gesamtgröße von knapp 19.000 Quadratmetern wird mit Schwertransportern in insgesamt 212 Einzelanlieferungen zum Konstinkai gebracht und von dort nach Russland verschifft. Bestimmt ist es für die Stadt Penza, rund 1000 Kilometer südöstlich von Moskau.
Die Module werden von dem Fertighaus-Spezialisten Cadolto Fertiggebäude GmbH an den Standorten Cadolzburg/Bayern und Krölpa/Thüringen hergestellt. Cadolto wurde von der russischen Regierung mit dem Bau von insgesamt 7 solcher Krankenhäuser mit insgesamt 135.000 Quadratmetern und einem Auftragsvolumen von über 200 Millionen Euro beauftragt, dem nach Cadolto-Angaben weltweit bislang größten Projekt der Modulbaubranche.
Der erste Gesundheitskomplex wird nun über den Konstinkai verladen. Eine der größten logistischen Herausforderungen ist, dass das gesamte Projekt in nur sechs Wochen komplett abgewickelt werden soll. In der Nacht vom Dienstag, den 3., auf Mittwoch, den 4. Juli (der genaue Zeitpunkt steht erst am 3. Juli tagsüber fest), finden durch den Schwertransport-Spezialisten Felbermayr Transport- und Hebetechnik GmbH & Co KG die ersten beiden der 212 Transporte durch Lübeck statt.
Diese sind mit einer Breite von 3,85 Metern noch relativ leicht zu handhaben. Die Route führt von der Autobahn durch den Herrentunnel über die B 75 zum Konstinkai. In den darauffolgenden Nächten werden Module mit einer Breite von bis zu 5,30 Metern und bis zu 40 Tonnen Gewicht befördert. Dann muss die Mautstation über die Straßen Kattegatt und Am Stau hinter dem Herrentunnel-Verwaltungsgebäude auf einem eigens angelegten Weg umgangen werden.
Die Einfahrt über den Konstinkai erfolgt nicht über das übliche Gate, sondern über ein Seitentor im Bereich der Neuen Hafenstraße. Auf dem Terminal werden die Module mit vorhandenen Spezialgeräten (Reach Stacker) von den Tiefladern gehoben. In den Tagen darauf wird sich das Hafengelände dann zunehmend mit Fertighausteilen füllen. Die erste Verschiffung mit einem russischen Küstenmotorschiff ist dann für den 12. Juli vorgesehen. Der schienengebundene Schwergutkran am Konstinkai wird die Verladung aufs Schiff übernehmen. Insgesamt wird das Penza-Projekt durch 11 Verschiffungen bis Anfang September abgewickelt. Makler ist die RMS Lübeck Schiffahrtsgesellschaft mbH. Die gut 100 Meter langen, flussgängigen Kümos der Karel- oder Kizhi-Klasse werden jeweils ca. 20 Module an Bord nehmen über die Wolga bis zum Hafen Ulyanorsk bringen. Von dort geht es erneut mit Felbermayr-Schwertransporten zum Bestimmungsort.
Damit erweist sich Lübeck erneut als interessanter Standort für den Umschlag von schweren und sperrigen Gütern. In nahezu allen Hafenteilen stehen entsprechende Kräne und Flächen sowie das nötige Knowhow zu Verfügung.